Warum Berliner Modell?

So gelingt die Eingewöhnung

 

Eine Trennung braucht eine gewissen Vorbereitungs- und Übergangszeit. “Kurz und schmerzlos“ durchgeführte Trennungen können unter Umständen traumatisch sein. Eltern müssen Ihrem Kind in dieser Trennungssituation Gefühle, wie Schmerz, Trauer, Wut und Ärger zugestehen, wertschätzend anerkennen und aushalten können. Da sich Kinder von sich aus nicht trennen würden, sollten Sie mit mir zusammen dem Kind helfen, diese Trennungserfahrung zu lernen. Sie müssen in der Lage sein, Ihr Kind „loszulassen“.

 

Eltern sollten sich auf jeden Fall vier Wochen Zeit nehmen, um ihr Kind während der Eingewöhnung zu begleiten. Dabei ist es wichtig, dass sie für ihr Kind in dieser Zeit auch wirklich zur Verfügung stehen und im Zweifelsfall auch in die Kindertagesbetreuung kommen können.

 

Die Gefühlslage der Eltern während der Eingewöhnung ist sehr ausschlaggebend. Denn diese überträgt sich automatisch und auch unbewusst auf das Kind. Sind die Eltern unsicher oder mit etwas nicht zufrieden, fühlen sich die Kinder auch nicht wohl. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Eltern genau wissen, wie die Eingewöhnung abläuft, was ich plane und was ihre Aufgabe ist.

Dringend nötig ist auch, dass sich die Eltern die vier Wochen komplett frei halten und sich auf die Eingewöhnung konzentrieren können. Denn eine Eingewöhnung kann man nicht erzwingen und vor allem nicht unter Zeitdruck bewältigen. Wenn die Eltern gestresst sind, merkt das Kind es sofort. Zudem sollten Eltern ihrem Kind in dieser Zeit keine weiteren Veränderungen wie einen Umzug oder ähnliches zumuten.

Auch ist es nicht wirklich förderlich, wenn das Kind vier Wochen zu mir kommt, die Familie dann aber für zwei Wochen in den Urlaub fährt. Außerdem sollte der Neuling konstant von einer Bezugsperson begleitet werden. Wenn mal der Papa, mal die Mama oder auch die Oma zur Eingewöhnung kommen, ist es für das Kind jedes Mal wieder eine neue und ungewohnte Situation.

Der ganze Alltag bei mir ist ein einziges Ritual. Am Morgen starten wir mit dem Frühstück, dann gibt es den Morgenkreis, dann wird gespielt, dann wird aufgeräumt, dann geht es raus, dann gibt es Mittagessen. Nach dem Mittagessen und Wickeln legen sich die Kinder zum Mittagsschläfchen. Und sie wissen: " Mama holt mich wieder ab ". Klare Abläufe sind für die Kinder wichtig und helfen ihnen, durch den Tag zu kommen.

In der Eingewöhnung ändere ich den Ablauf ein wenig. Ich gehe erstmal nicht raus und auch mein Morgenkreis findet in der ersten Zeit nicht statt. Damit ein ruhiger Rahmen mit wenig Szenenwechsel für den Neuankömmling entsteht. Nach und nach kommen dann mehr Rituale/Abläufe dazu. Alles wächst in sich.

 

Ablauf:

In den ersten drei bis vier Tagen kommt ein Elternteil mit dem Kind in die Einrichtung. Beide bleiben für eine  ganze Zeit dort. Ganz wichtig ist, dass in dieser Zeit kein Trennungsversuch stattfindet. Die Kinder sollen sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen und reinwachsen können. Die Anwesenheit des Elternteils gibt ihnen dabei Vertrauen. Die Eltern sollten sich dabei möglichst unauffällig verhalten und ihrem Kind die Möglichkeit geben, die neue Situation auf eigene Faust zu erkunden. Kommt das Kind zu Ihnen, ist es aber wichtig, dass diese signalisiert: Ich bin für dich da. Geht das Kind von selbst auf mich zu, nehme ich den Kontaktversuch an und biete dem Kind eine Spielmöglichkeit.

An den ersten Tagen sehe ich, wie weit das Kind bereit ist für erste Annäherungsversuche. Die sehen dann so aus: Ich rede mit Ihrem Kind, berühre es und biete Spielzeug an über einen gewissen Zeitraum und übernehme dann als zweiten Schritt in der Annäherung das Füttern und Wickeln in Ihrem Beisein. Denn Pflegen und Versorgen sind die Urinstinkte des Überlebens eines jeden Kindes. Darüber spürt das Kind liebevolle Zuwendungen, die Vertrauen schaffen. „Ich sorge für dich.“ Die ersten Annäherungsversuche sind beim Kind angekommen, wenn es Kontakt sucht oder bei mir sich auf den Schoß setzt. Frei in den Räumen bewegt und mich beobachtet oder sogar mit den Augen folgt, wenn ich den Raum verlasse. Unbedingt vermeiden: Das Kind zum Spielen drängen oder wenn es zu Ihnen kommt, wegschicken.

Wenn dann das Kind für erste Trennungsversuche bereit ist, nächste Stationen in der zweiten Woche: Sie gehen mal kurz auf Toilette, zur Tasche oder kuckt mal kurz in einem anderen Raum. Immer mit bewusster Ansage, niemals wegschleichen, weil es ja gerade so schön spielt. Wenn das Kind ihnen folgt, dann lassen Sie es Ihnen folgen. Ich laufe dem Kind hinterher und bleibe im Kontakt zum Kind. Erst wenn Ihr Kind sich von allein lösen kann und dann im Zimmer bleibt und weiter spielen kann, wird die Zeit des Wegbleibens länger. Unbedingt vermeiden:  Wegschleichen bei Trennungsversuchen. Diese Trennungssituation ist fürs Kind voller Unsicherheiten. Wenn Eltern unsicher und mit eigenen Ängsten oder wiedersprüchigem Verhalten agieren, entsteht im Kind eine große Anspannung und die Ablösung fällt besonders schwer. Wenn das Kind mit diesen Erfahrungen seiner Neugier und seinem Erkundungsbedürfnis folgt, wird es auf halber Strecke von Ängsten des Alleinseins/Verlassenseins  gepackt und gebremst, sodass es wieder umkehren wird, um nach Ihnen zu suchen. Vielleicht wird es sich gar nicht erst auf den Weg machen und lieber sicher auf Ihrem Schoß sitzen, trotz interessanter Spielangebote, weil es weiß, dass es frustriert zurückkehren wird, da Sie als sicherer Hafen nicht mehr da sein könnten.

Wenn das ganz gut klappt, kommt der nächste Schritt. Verabschieden und Sie gehen ganz aus dem Haus. Erst kurze Zeit und dann wird diese immer länger.  Seien Sie bitte unbedingt abrufbereit in der Nähe. Das ist ganz wichtig. Sollte ich Ihr Kind nicht beruhigen können, müssen Sie schnell da sein können. In diesem Fall (maximal fünf Minuten) sollten Sie zurück sein und Ihr Kind trösten. Das Kind wird von mir nicht schreien gelassen „weil es das jetzt mal lernen muss, dass die Mutter ja eh wiederkommt“ oder „weil es nun mal begreifen muss, dass nicht alle nach seiner Nase tanzen.“.  Unbedingt vermeiden: Zu spät zurückkommen. Wenn das Kind länger als 5min weinen muss, verliert es das Vertrauen zu mir, aber auch zu Ihnen.  Das Vertrauensverhältnis kann ansonsten wirklich beeinträchtigt werden.

Wenn Sie dann wiederkommen, seien Sie freudig zum Kind. Unbedingt vermeiden:  Keine Sätze, wie. „Ist doch gar nicht schlimm, hattest du Angst Mama kommt nicht wieder?“ das würde fürs Kind heißen: Ist nicht schlimm, wenn ich Angst habe, dass Mama nicht wieder kommt. Auch „Ach du armes Mäuschen, so schlimm. Magst du die Kinder nicht“ oder auch nicht, wie „Ist doch gar nicht schlimm, nu hör mal auf zu weinen.“, „Du weißt doch, dass  ich wieder komme“ oder ähnliches. Auch unsicheres Verhalten gibt dem Kind die Doppelbotschaft: „Zieh in die Welt, aber pass auf, sie ist gefährlich“. Das Kind hat eine neue Situation hier und weiß nicht, was nach seinem Hilferuf kommt. Es ist erst im Lernprozess.

Lässt Ihr Kind sich von mir beruhigen und schafft auch schon einen längeren Zeitraum, kommen immer mehr Sachen, wie Mittagessen, Schafen usw. dazu.

Schlafrituale von zuhause werden in gewisser Form von mir übernommen. Sei es: Ihr Kind schläft mittags im Kinderwagen oder braucht es Dunkelheit im Zimmer oder mich am Bett (nicht im). Solange es Rituale sind, die von mir umsetzbar sind, werde ich diese übernehmen, um es dem Kind hier einfacher zu machen.

Es kann auch sein, dass Ihr Kind bei der Verabschiedung weiter weint, aber sich von mir beruhigen lässt und die restliche Zeit fröhlich bei uns ist. Da sind Kinder auch sehr unterschiedlich. Die einen weinen und die anderen sind einfach nur abweisend Ihnen oder mir gegenüber oder klammerig. Oder, oder, oder.

Es ist für mich völlig natürlich, dass die Kinder sich dann so verhalten. Viele sind noch klein und können sich nicht anders ausdrücken, wenn Sie gehen, weil das für sie ungewohnt ist, sich zu trennen. Das Verhalten bedeutet nichts anderes als "Ich mag das nicht!". Tränen bedeuten nicht, dass eine Eingewöhnung nicht erfolgreich wird oder war. Wenn ein Kind gegen den Abschied von Ihnen protestiert - egal ob mit Tränen oder ohne - ist das vollkommen okay. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern.

Denn das Vertrauen ist zu diesem Zeitpunkt zu mir da und Ihr Kind lässt sich von mir trösten und kann das Spielangebot in der Gruppe annehmen. Die Eingewöhnung ist dann gut gelungen.

 

 

 

Zuschuß Kreis Herzogtum Lauenburg

Frau Trinidad
Fachdienst Kindertagesbetreuung, Jugendförderung und Schulen
Kindertagespflege
Barlachstraße 5
23909 Ratzeburg

Telefon: (04541) 888 360
 

 

Zuschuß Kreis Stormarn

Fördermöglichkeiten durch den Kreis Stormarn

und/oder durch Kommunen

 

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Förderung durch das Kreis-Amt Stormarn möglich

Die Richtlinien des Kreises Stormarn sehen vor, dass die Förderung nach § 23 SGB VIII von der Kindertagespflegeperson zu beantragen und von den Eltern mit zu unterzeichnen ist.

Die Richtlinien des Kreises Stormarn sehen auch vor, dass diese Ermäßigung für Geschwisterkinder von den Eltern zu beantragen ist. Die Erstattungsbeträge werden in der Regel direkt an die Tagespflegeperson ausgezahlt. Die Geschwisterermäßigung ist einkommensunabhängig. Eine Berufstätigkeit der Eltern ist für die Gewährung der Geschwisterermäßigung nicht erforderlich. Die Geschwisterermäßigung wird ggf. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres des betreffenden Kindes bewilligt.

Der nach der Sozialstaffel bzw. nach den Richtlinien des Kreises Stormarn zur Förderung von Kindern in Tagespflege zu zahlende Beitrag ermäßigt sich für das zweite Kind um 70 %. Ab dem dritten Kind wird kein Beitrag erhoben.

Die Förderung wird frühestens ab Antragseingang beim Jugendamt gewährt.

 

Hier der Link zu den Richtlinien:

 

Hier zum Antragsvordruck:

 

 

Förderung durch Kommunen/Gemeinden

Einige Kommunen des Kreises Stormarn fördern die Kindertagespflege in unterschiedlichster Form. Die Anträge für diese Förderungen sind von Eltern und/oder von Tagespflegepersonen zu stellen unterschiedlich je Wohnort. Informationen erhalten Eltern direkt bei der zuständigen Stelle der Kommune.

 

Ich bin für Sie da

Tagesmutter in Kuddewörde

Melitta Raeck- Fleege

Sonnenberg 21

22958 Kuddewörde

Mobil: 0160 4955848

  

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